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Januar, 2012

Anonymous: Nachfolger von LOIC lässt auf sich warten, dafür nun Angriff via JavaScript

Do 26 Jan. 12 # Permalink

Vor einiger Zeit spekulierte ich über die neue Wunderwaffe “RefRef” des Hackerkollektivs Anonymous. Es waren leider nicht besonders viele Informationen erhältlich, aber es war von ungeschlossenen MySQL Lücken und JavaScript die Rede. Da ich auch jetzt nach 4 Monaten immer noch nichts von RefRef gehört habe, gehe ich mal davon aus, dass die Idee fallen gelassen wurde, oder ein Hoax war. Trotzdem gibt es in der Anonymous Szene nun einen ernst zu nehmenden Ersatz für die Large Orbit Ion Cannon – das Standard DDoS Tool der losen Hacker-Vereinigung. Problem bei LOIC war aber immer, das die Benutzer mit einem Bein im Knast standen, weil dieses Tool nur bewusst installiert und ausgeführt werden kann. Das ist in den meisten Ländern strafbar – auch in Deutschland fällt dies unter den sogenannten “Hackerparagraphen”.

Jetzt haben sich die Anons etwas geschicktes einfallen lassen: Ein DDoS Tool, das in JavaScript geschrieben wurde und auf öffentlichen Servern wie pastebin plaziert wird. Danach werden die Links zur Aktion verbreitet – Anonymous goes social media – und wer den Link anklickt nimmt automatisch an der Op teil. Vorteil für die Mitglieder des Netzwerks: Die Behörden können schlecht nachweisen, ob die Seite bewusst, oder unbewusst für die Teilnahme an einem DDoS Angriff aufgerufen wurde, weil die Requests auf das Ziel ohne eigenes zutun im Hintergrund aufgebaut werden. Im Zweifel könnte das die Handlungsmöglichkeiten der Behörden aushebeln. Egal was man nun auch von den Methoden des Anonymous Netzwerks hält, aber das ist schon recht geschickt.

Vielleicht ist diese neue Form der DDoS Attacke sogar geschickter als ein kompliziertes und nur auf eine Schwachstelle in MySQL zielendes ominöses Tool wie RefRef. Ich werde mir den Quellcode jedenfalls ansehen (aus Neugier) und schauen wie es gemacht ist. Vermutlich ist es allerdings ziemlich einfach, denn ein solches JavaScript zu schreiben ist weniger aufwändig, als häufig gedacht wird.

Die Folgen eines Verbots von Schusswaffen in Privatbesitz

Mo 09 Jan. 12 # Permalink

Normalerweise sollten wir denken: “Je weniger Waffen es gibt, umso weniger Verbrechen können damit begangen werden”. Das klingt auf den ersten Blick absolut logisch, aber Beispiele wie England, Australien, sowie die USA und Kanada belehren uns eines besseren. In verschiedenen Statistiken wurde festgestellt, dass liberale Waffengesetze die Kriminalität senken und restriktive Waffengesetze die Kriminalitätsraten von Delikten mit Schusswaffen steigern. Verblüffend, aber bei näherer Betrachtung auch logisch.

Durch ein Waffenverbot wird – ähnlich wie bei der Prohibition – künstlich ein illegaler Markt geschaffen, der durch den Risikoaufschlag mit lukrativen Gewinnen lockt. Der Staat hat ab diesem Moment die rechtsstaatliche Kontrolle über den Waffenerwerb verloren. Die Nachfrage am illegalen Markt steigt zugleich rapide an, dem entsprechend vergrößert sich auch das Angebot und der Markt wächst. Da es sich bei den erworbenen Waffen um illegale und somit nicht registrierte Waffen handelt, werden dieses Waffen vermehrt bei kriminellen Machenschaften eingesetzt, wie es ab 1997 in England zu beobachten war. Dort stieg nach dem Verbot von Faustfeuerwaffen innerhalb von 6 Jahren die Mordrate stark an, von etwa 12 Morden je 100.000 Einwohner pro Jahr auf etwa den Wert von 15. Ganz anders im US Bundesstaat Florida: Hier sank die Mordraten nach Einführung des “right-to-carry law” die Mordrate über die Jahre um etwa 50 Prozent.

Diese Statistiken müssen allerdings immer für sich betrachtet werden und können nicht ohne weiteres auf andere Länder übertragen werden. Jede Gesellschaft ist unterschiedlich, was sich auch auf den Umgang mit Waffen auswirkt. Es gibt einen schönen Film von Michael Moore, der sich in “Bowling for Columbine” thematisch mit dem Massaker an der Columbine Highschool beschäftigt. Der Film befasst sich auch mit dem Thema Waffenrecht und stellt letztendlich fest, dass die Anzahl der Waffen in einem Land nicht der Grund ist, weswegen Waffenmissbrauch existiert. Moore macht unter anderem die irrationalen Ängste einer Gesellschaft dafür verantwortlich, die in den USA zu einem großen Teil von den Medien und dem System an sich geschürt werden. Das Phänomen kennen wir im Zusammenhang mit Amokläufen auch hier in Deutschland, die auch eine Reihe von Verschärfungen des Waffenrechts zur Folge hatten.

“Ein Staat ist nur immer so frei wie sein Waffengesetz”, sagte Gustav Heinemann, in meinen Augen einer der wirklich großen deutschen Bundespräsidenten. Ganz so sehe ich es nicht, ich denke viel mehr, dass der Staat ein an die realistschen Verhältnisse der Gesellschaft angepasstes Waffenrecht braucht. Auch dies erfordert, wie ich im vorherigen Beitrag bereits geschrieben habe, eine Versachlichung der Diskussion.

Quellen:

[1] Justfacts Guncontrol (englisch)

Waffenverbote beruhigen das Gewissen, aber sie nutzen nichts

Mi 04 Jan. 12 # Permalink

Es ist ewig die gleiche Laier. Menschen kommen durch Waffen um und sofort muss das Waffenrecht verschärft werden, völlig “alternativlos” natürlich. Ich sage: Es ist Augenwischerei. Leider haben unsere Politiker einen erneuten Anlass gefunden heuchlerische Maßnahmen zu diskutieren: Die rechtsradikal motivierten mutmaßlichen Tötungsdelikte der “Zwickauer Zelle”. Ein konkreter Vorschlag ist großkalibrige Pistolen, oder sogar alle großkalibrigen Waffen für Sportschützen zu verbieten. Aber wird das zukünftige Gewalttaten mit Schusswaffen verhindern? Nein, denn selbst wenn alle Waffen verboten würden, gäbe es immer noch einen illegalen Markt. Es ist genau wie bei der Drogenpolitik: Die Prohibition verhindert nicht, dass Drogen konsumiert und illegal gehandelt werden.

Der Erwerb von Schusswaffen ist derzeit mit sehr strengen Auflagen versehen: Es Bedarf eines Bedürfnisses (z.B. Jagd, Sportschütze, Sammler) und einer Eignung (Sachkundenachweis), zudem muss eine sichere Verwahrung der Waffen gegeben sein (genormte Waffenschränke für Kurz- und Langwaffen). Das Bedürfnis wird fortlaufend geprüft und die Aufbewahrungen können durch die Waffenbehörden unangemeldet inspiziert werden. Ein Verstoß bei der sicheren Verwahrung der Waffen ist eine Straftat und kann mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden. Zudem folgt bei Verstößen eine Aberkennung der waffenrechtlichen Erlaubnis und die Waffen werden eingezogen. Alle Waffen werden behördlich registriert, über das Register wird auch nachgehalten, wer welche Waffe wann an wen verkauft hat. Das Waffengesetz ist in Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern als sehr streng einzustufen. Weiterlesen…