Geld verdienen mit Bloggen, ein Erfahrungsbericht

Geschrieben von – 30. Juni 2011

Um die Serverkosten zu refinanzieren, habe ich mit meinem Hauptblog (Das Motorrad Blog) nun einige Möglichkeiten ausprobiert, wie ich das Blog “monetarisieren” kann. Da gibt es ja diverse Möglichkeiten: Partnerprogramme, AdSense, Flattr, Link-Selling, YouTube Werbung, Amazon Partnernet, oder auch die simple Paypal Spende und womöglich auch eine Mitgliedschaft bei der VG Wort. Und es gibt hunderte von SEO Blogs, die einem erzählen wollen, wie du mit deinem Blog im Internet ganz schnell Unmengen an Geld verdienst und reich wirst. Ich halte von den dort beschriebenen Methoden nichts, denn die Informationen sind viel zu oberflächlich. Deswegen nun dieser Beitrag hier, weil ich einfach einiges ausprobiert habe und recht gut einschätzen kann, was – bei mir! – funktioniert, oder eben auch nicht funktioniert.

Aber erstmal zu meinem “Versuchsobjekt”, dem Motorrad Blog. Die Eckdaten: ca. 1000 Facebook Fans, im Schnitt 500 Seitenaufrufe täglich, Pagerank 2 (war mal 4… dazu später mehr), 40.000 bis 50.000 Visits pro Monat, existiert seit über 5 Jahren, zählt 246 Beiträge und 1.600 Kommentare (Stand: heute). Für ein Themenblog also recht gut frequentiert.

Google AdSense

Da ich irgendwo noch einen AdSense Account von meinem allerersten Blog rumgammeln hatte (Thema war PHP), habe ich den für Das Motorrad Blog mal wieder reaktiviert. Zuerst habe ich die Werbeblöcke über den Inhalten angezeigt, allerdings nur, wenn die Besucher über die Googlesuche ihren Weg ins Blog gefunden haben. Die nächste Stufe war dann den Werbeblock über dem Beitrag immer anzuzueigen, allerdings in einer Version, die auf Klick die Werbung per Cookie für den Rest der Session ausblendet. Inzwischen wird die Werbung immer anzeigt, zwischen dem Beitrag und den Kommentaren. Diese Form der Werbung generiert bei mir monatliche Einnahmen von durchschnittlich rund 2 €, gerechnet über die letzten 6 Monate. Nichts also.

Auf dem Motorrad Blog generieren 10.000 Seitenaufrufe pro Monat etwa 10 – 20 Klicks. Wollte ich mit AdSense also im Monat nur 100 € verdienen, müsste ich bei diesem mieserabelem Verhältnis 2.000.000 Seitenaufrufe erzeugen. Google AdSense funktioniert bei mir also überhaupt nicht, so dass ich es wohl wieder entfernen werden, weil es einfach überflüssig ist. Die Besucher klicken kaum auf die Links und ich vermute, dass so oder so die wenigsten noch ohne AdBlocker unterwegs sind.

Flattr

Ich halte Flattr für eine wirklich gute Sache, weil es ein kleines Budget ist, dass verteilt wird und somit den eigenen Geldbeutel nicht groß belastet. Es ist Micropayment, aber sehr einfach und nett gelöst. Zuerst hatte ich einen Flattr Button nur in meiner Sidebar. Dieser Flattr Button hat in einem Zeitraum von ca. 3 Monaten 11 Klicks erhalten, was ein Guthaben von 4,74 € erzeugt hat. Also sieht es auch hier doch recht mau aus, was wohl der Zielgruppe des Blogs geschuldet ist. Flattr ist eher für Blogs geeignet, die in der Blogosphäre fest verankert sind, oder sich sogar mit dieser auseinandersetzen, sprich: Eine sehr internetaffine Zielgruppe haben. Dann funktioniert es mit Flattr besser, weil die Besucher einen Account haben.

Inzwischen habe ich übrigens zu jedem Beitrag einen Flattr Button (seit 2 Wochen), es wurde aber noch nicht einer davon angeklickt. Es fehlen die Leute mit einem Account, denn an Kommentaren und positiven Rückmeldungen mangelt es nicht. Auch die Facebook Integration ist hervorragend und die Besucherzahlen steigen langsam, aber stetig.

Link-Selling

Ein heikles Thema, aber ich sag’s vorweg: Leider auch die am besten vergütete Form der Werbung. Über die Anbieter Teliad und Linklift habe ich in meiner Sidebar etwas Platz für Textlinks angeboten. Jeder einzelne Link bringt dabei 12 – 15 Euro im Monat, bei voller Auslastung mit 10 Links eine stolze Summe, welche die Serverkosten in jedem Fall deckt und noch etwas Raum für Spritgeld übrig lässt. Aber: Links werden gekauft, um für die Zielseite ein besseres Suchmaschinen-Ranking zu erreichen (SEO) und das gefällt Google gar nicht. Wenn Google mitbekommt, das Links verkauft werden, kann das Auswirkungen auf den eigenen Pagerank haben. Bevor ich Links verkauft habe, hatte ich einen Pagerank von 4, wie die meisten größeren und lange bestehenden Motorrad Blogs (Moppedblog.de, oder racemoto.com z.B.). Jetzt hat Das Motorrad Blog einen Pagerank von 2 – vermutlich bin ich abgestraft worden. Und das genau ist ein Problem, denn der Preis, den du für einen Bezahllink nehmen kannst, ist größten Teils abhängig vom Pagerank. Und wer es all zu doll treibt, der kann sogar aus dem Google Index fliegen. Ich möchte das in Zukunft nicht mehr riskieren und werde die bezahlten Links nun Schritt für Schritt kündigen und von der Seite nehmen. Link-Selling ist lukrativ, aber eben heikel.

Paypal-Spende

Die Möglichkeit via Paypal eine Spende zu senden habe ich bisher nicht in meinem Motorrad Blog ausprobiert, aber in den WordPress Plugins, die ich bisher programmiert habe. Und tatsächlich, als ich die Plugins noch aktiv betreut habe, kam auch wirklich gelegentlich (ca. 1 mal im Monat) ein kleiner “Danke schön”-Betrag, meist um die 5 bis 10 Euro. Der Wille gute Arbeit durch eine kleine Spende zu belohnen ist also durchaus vorhanden und Paypal hat (durch eBay) eine wesentlich größere Verbreitung als Flattr, obwohl Flattr für diesen Zweck eigentlich viel besser geeignet wäre. Wie es sich verhält, wenn du dir Blog-Beiträge durch eine Spende vergüten lässt ist natürlich schwierig zu sagen, denn ein Plugin hat eine realen Nutzen, ein Blog-Beitrag hat eher Informationsgehalt, kann zwar auch helfen, aber ist eben nicht so greifbar, wie ein Stück Software. Müsste ich nochmal genauer testen, bei technischen Artikeln (Anleitungen und so ein Kram), könnte es vielleicht sogar funktionieren.

AdSense für YouTube

Leider kann ich dazu noch nicht viel sagen, da ich die Voraussetzungen nicht erfülle, um es überhaupt testen können. Ich habe zwar einen YouTube Kanal, den ich immer brav mit meinen Mopped-Favs fülle, aber kaum Abonnenten, weil ich bisher eben nur sehr wenig eigene Videos gemacht habe. Um für YouTube AdSense zugelassen zu werden, braucht es mindestens 500 bis 1.000 Kanal Abonnenten, das bedeutet, du musst wirklich aktiver YouTuber sein. Ich wollte im Sommer auch wieder ein paar Videos drehen, vielleicht kann ich dann mehr dazu schreiben.

Themengerechte Partnerprogramme

Über Anbieter von Partnerprogrammen (ich bin bei Zanox.de) lässt sich sehr gut gezielt Werbung in das Blog integrieren, die auch zum Themeninhalt des Blogs passt. Im Motorrad Blog nutze ich seit kurzer Zeit die Partnerprogramme vom Louis Online Shop und MotorradreifenDirekt. Ich nutze diese Programme zwar erst seit etwas über zwei Wochen, konnte aber bereits einige Sales verbuchen und habe aktuell knapp 12 Euro Guthaben. Das schöne bei den Partnerprogrammen ist allerdings, dass ein Kauf auch nach maximal 30 Tagen noch als Sale gewertet wird, da im beworbenen Shop ein entsprechender Cookie gesetzt wird und so wie es sich im Moment entwickelt, könnten die Partnerprogramme langfristig vielleicht die Bezahl-Links ersetzen, ich wäre diese los und würde nicht auf den Serverkosten sitzen bleiben. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es sich entwickelt.

Allerdings muss ich noch dazu sagen, dass ich nicht einfach das Partnerprogramm von Louis in die Sidebar geklatscht habe, sondern ich habe auch die Artikel, die ich selbst gekauft und für gut befunden habe auf einer Seite “Produkttest” explizit beworben (Deep-Links auf die Artikel). Das hat auch den Vorteil, dass es nicht einfach nur Werbung ist, sondern auch einen Nutzwert hat. Zudem will ich den Besuchern nicht irgendeinen scheiß andrehen, sondern nur das, was auch funktioniert.

Amazon Partnernet

Habe ich schon lange im Einsatz und bewerbe damit gelegentlich mal Bücher oder DVDs, wenn ich eine Rezension veröffentliche. Erwirtschaftete Werbekostenerstattung bisher: 1,92 €. Funktioniert bei mir im Blog also ähnlich schlecht wie Google AdSense und das ist ein wenig erstaunlich, weil ich auch hier ähnlich wie bei den Partnerprogrammen nur Links auf Artikel gesetzt habe, die ich vorher rezensiert habe und mir gefielen. Das werde ich allerdings auch weiterhin so handhaben, es schaded ja nicht und Amazon finde ich selbst ganz gut, ich bestelle da gerne.

VG Wort Zählpixel

Das ist etwas, wo ich selbst noch nicht viel berichten kann, weil ich derzeit dabei bin das zu integrieren, es schaut allerdings recht vielversprechend aus. Die VG Wort ist ähnlich wie die GEMA eine Verwertungsgesellschaft, nur eben nicht für Musik, sondern für literarischen Kram. Und seit einiger Zeit ist es auch möglich seine Online Texte da anzumelden, wenn sie den Kriterien der VG Wort entsprechen: Mindestens 1.800 Anschläge (Text inkl. Leerzeichen) und eine bestimmte Anzahl von Abrufen im Jahr. Wird die Anzahl der Mindestabrufe erreicht, kann der Text bei der Ausschüttung berücksichtigt werden. Das finde ich eine spannende Sache und ich werde auf jeden Fall meine Beiträge, die sich eignen und es wert sind bei der VG Wort melden.

Das Fazit

Versprochen wird im Internet viel, aber nicht alles kann auch bei jedem Blog funktionieren. Das ist einfach sehr stark vom Content und von der Zielgruppe abhängig, also kann das nicht einfach so verallgemeinert werden. Und richtig Geld damit verdienen kann man auch nur, wenn das Blog wirklich mächtig viele Zugriffszahlen hat. Also versprich dir nicht zuviel von der ganzen Geschichte, und hoffe nicht auf das schnelle Geld. Das Blog zu “monetarisieren” ist eine langfristige Sache, die Geduld und Durchhaltevermögen braucht. So wie das Bloggen selbst auch. Wenn es die Miete für den Server einspielt, dann ist es doch schon schön, so musst du für dein Hobby nicht auch noch drauflegen, wie es vielleicht bei anderen Hobbys der Falls ist.

Viel wichtiger ist aber noch folgendes: Schreib nicht, damit du die Besucher erreichst, die deine Werbung anklicken, bleib immer ehrlich und dir und deinem Thema treu. Und schreib bloß keiner Firma nach dem Maul, vertrete stolz deinen Standpunkt. Irgendwelche mit Werbung zugepfropften SEO Blogs, die ihre Themen so wählen, dass möglichst viele Besucher auf die Adlinks klicken gibt es schon genug. Probiere die Werbemittel aus, das was funktioniert lass drin, die anderen schmeiß raus.

Und von bezahlten Links lass lieber die Finger, auch wenn es finanziell durchaus lukrativ ist. Das ist nur am Anfang so, weil dein Pagerank nach 6 Monaten im Keller ist und der ganze Quatsch auf dem Pagerank basiert. Die Firmen die sowas nutzen (und es machen auch große Firmen!) sollten lieber auf andere Werbeformen setzen. Denn im Endeffekt bringt ein positiver und ehrlicher Bericht über ein Produkt wesentlich mehr als ein nur von einer Suchmaschine beachteter SEO Link.

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3 Kommentare zu Geld verdienen mit Bloggen, ein Erfahrungsbericht

  1. Max sagt:

    Schöne und interessante Zusammenfassung. Also Zanox habe ich schon recht früh genutzt, als es noch neu war, genauso Affili.net, bei beidem kam aber schon vor der Bloggerei nix rum und auch später im Blog tat sich da recht wenig.

    Bei Flattr habe ich nur was bekommen, als es noch geschlossen war, danach ging irgendwie nix mehr.

    Bei mir läuft nur noch Amazon und Link-Verkauf, letzteres sehr konstant in den letzten Jahren, aber nicht soviel wie bei Dir ;)

    Irgendwo hatte ich aber auch mal gelesen, dass der PR für Google auch nicht mehr so die wichtige Rolle spielt, daher mache ich mir darüber auch keine Gedanken mehr. An den Zugriffen in Piwik sehe ich ja auch an welche Position die jeweiligen Artikel standen und da kann ich mich nicht beschweren.

  2. Marc sagt:

    Stimmt, mein Suchmaschinen-Ranking hat sich trotz der PR Abstufung nicht verändert, auch die Besucherzahlen sind nicht eingebrochen oder so. Und zur Masse: Ich probiere halt im Moment viel rum, weil mich das Thema interessiert, aber einiges funktioniert halt nicht. Trotzdem würde ich gerne vom Linkverkauf weg, weil mich das nervt. Die suchen sich teilweise einfach voll die dämlichen Link-Bezeichnungen aus, die überhaupt nicht passen. Z.B. “Motorrad gebraucht”. Ja ist schon klar, wegen der Google suche, aber so würde ICH einen Link nie bezeichnen. Dieses SEO Zeug nervt halt irgendwie, ich denke es wäre sogar effektiver, wenn die Firmen passendere Textlinks generieren, weil die über die Masse auch Traffic erzeugen, ich seh ja, was im Blog bei mir geklickt wird.

  3. TommyS sagt:

    Bin absolut d´accord mit deiner Aussage, dass mit Bloggen keineswegs einfach mal so eben nebenher schnelles Geld gemacht werden kann. Da kann man schon ziemlich viel falsch machen. Was das Thema Links verkaufen angeht überwiegen für mich nach wie vor die Vorteile (lukrativ, unabhängig von Klicks, zerschießt mir nicht mein Webdesign, etc….) man ist ja auch nie dazu gezwungen irgendwelche Links einzubinden, die einem nicht passen.

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