Tag: nrw

Ein Landesparteitag später und keinen Schritt weiter?

Geschrieben von – 2. Juli 2012

Am Samstag bin ich mit meiner Frau auf den Landesparteitag der Piratenpartei NRW gefahren. Ich wollte sehen, ob es sich noch lohnt in der Partei zu bleiben, oder ob sich die Partei soweit verändert hat, dass eine Mitgliedschaft für mich nicht mehr tragbar ist. Nun, es war ziemlich seltsam.

Einerseits habe ich viel Zuspruch erhalten, auch von Leuten, von denen ich es nicht unbedingt erwartet hätte, andererseits haben mich aber auch Piraten, mit denen ich schon oft auf vergangenen Landesparteitagen gesprochen habe mit dem Arsch nicht mehr angeschaut. Ersteres ist erfreulich, letzteres ein Armutszeugnis. Hat sich meine Persönlichkeit irgendwie zu den vergangenen Parteitagen verändert, nur weil ich als Sportschütze für ein angemessenes Waffenrecht eintrete? Nein, ich bin immer noch der selbe nerdige Dreadlock tragende Individualfreak wie eh und je. Und ja, ich schieße auf Pappscheiben. Deal with it.

Positiv fand ich, dass Sven Sladek zum neuen ersten Vorsitzenden gewählt wurde, das hatte ich mir persönlich auch gewünscht. Ingesamt finde ich den neuen Vorstand eine gute Wahl, das Ergebnis freut mich.

Einmal wurde ich übrigens auch von der Seite angehauen “Großkaliber braucht ihr nicht”, ich bin auf die Diskussion allerdings nicht eingestiegen, weil ich auf diesem Niveau gar nicht mehr diskutieren möchte.

Was ich jetzt mit meiner Mitgliedschaft mache? Ich muss noch eine Woche arbeiten, dann habe ich drei Wochen Urlaub. Danach werde ich wohl langsam wieder anfangen für die Partei zu arbeiten. Aber auf jeden Fall werde ich an die Sache nun mit anderen Augen herangehen. Ich werde vorsichtig sein.

Entglorifizierung und so.

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#FLAUSCH

Geschrieben von – 20. April 2012

Im Moment läuft es bei uns NRW Piraten ziemlich gut. Zwei erfolgreiche Parteitage, ALLE 128 Direktkandidaten sind von den Kreiswahlausschüssen zugelassen worden, wir haben eine tolle Landesliste und der Wahlkampf ist unter den gegebenen eher schlechten Umständen durchaus akzeptabel.

Auch hier im Märkischen Kreis geht’s gut ab, gestern war ich bei Radio MK, Anfang Mai habe ich zwei Podiumsdiskussionen, auf die ich mich bereits freue und richtig schön ist, dass die aktiven Piraten hier im Kreis stetig immer mehr werden. Im Vergleich zur Wahl 2010, wo es an allen Ecken und Enden an Resourcen mangelte, ist es diesmal leider geil. ”Leider”, weil es natürlich auch anstrengend ist, aber wir haben eine historische Chance: In NRW in den Landtag einzuziehen. Und zum ersten Mal in einen Landtag einziehen, das geht eben nur einmal.

Wir können ein deutliches Signal an die Politik senden: Eure Fraktionszwanghinterzimmertopdownpolitik braucht ein Update. Freiheit statt Angst, mehr Demokratie wagen, maximale individuelle Freiheit bei größtmöglicher Chancengleichheit. Ich will einen Staat, der mich nicht betüddelt, nicht bevormundet, sondern mich und meine Stimme ernst nimmt. So wie wir es bei den Piraten leben – gleiches Recht für alle.

Und weil die Piraten bereits Dinge ändern, obwohl wir im Moment in “nur” zwei Landesparlamenten vertreten sind, einfach mal ein dickes #FLAUSCH an alle Piraten da draußen. Rock on! Wir sind auf dem richtigen Weg. Und am 13. Mai p0wnen wir in NRW.

Auch meine Katze flauscht euch hart!

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Der Grund meiner Bewerbung auf der Landesliste der Piratenpartei NRW

Geschrieben von – 19. März 2012

Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich mich auf der Landesliste als Bewerber eintragen soll, oder nicht. Es war natürlich eine Entscheidung, die auch von den Gesprächen mit meiner Frau abhängig war, denn auch, wenn ich mir keine große Hoffnung mache auf den Listenplätzen weit vorne zu landen – die zumindest theoretische Möglichkeit besteht, dass sich unser Leben verändern könnte. Da mich meine Frau mich voll unterstützt, habe ich mich dann letztendlich für eine Bewerbung entschieden. Meine Natur war schon immer, dass ich wichtige Dinge nach einer klaren Entscheidung auch angehe und bis zum Ende durchziehe.

Als ich 2009 zu den Piraten gestoßen bin, wir gemeinsam im Märkischen Kreis unseren ersten Stammtisch und die erste Crew gegründet haben, im Folgejahr einen anstrengenden Wahlkampf geführt haben, sind unsere Kreisaktivitäten ein wenig eingeschlafen. Mich hat die Wahl 2010 schon ziemlich deprimiert, ich hatte mir einfach mehr erhofft. Nach der Berlin-Wahl war dann plötzlich alles anders: Die Presse meldete sich wieder, lud mich sogar zu einer Podiumsdiskussion ein und es gab wieder rege Kontakte. Der Stammtisch wurde wiederbelebt und es kamen mehrere neue Piraten dazu. Auch meine Motivation ist dadurch wieder gestiegen.

Dann kam im letzten Jahr leider noch etwas sehr unerfreuliches hinzu: Eine alleinerziehende Freundin ist plötzlich verstorben und hinterließ 4 Kinder. Drei der Kinder haben meine Frau und ich zusätzlich zu unseren drei (Patchwork-)Kindern als Pflegekinder aufgenommen. Und ich will ehrlich sein: Dieses Großprojekt hatte einfach erstmal Priorität. Wir mussten in ein großes Haus umziehen, das wir komplett renovieren mussten, meine Frau hat parallel dazu noch die Wohnung unserer Freundin ausgeräumt, ich war ja “nebenbei” voll berufstätig, dazu kamen unzählige Termine beim Jugendamt, bei der Trauerbegleitung, und und und, ich denke mehr brauche ich dazu nicht zu schreiben. Es war anstrengend und vieles im Umbruch.

Aber es hatte auch positive Aspekte. Das sehe ich aber erst jetzt, wo die Phase des Umbruchs abgeschlossen ist: Ich habe letztes Jahr enorm viel an Lebenserfahrung dazu gewonnen – auch wenn sich meine Lebenserwartung wohl um einige Jahre verringert hat ;-). Ich habe große Verantwortung übernommen und ich habe mich dieser Verantwortung gestellt, was zu Beginn unseres Großfamilienprojekts nicht immer einfach war, weil ich nicht immer wusste, welche Erwartungen an meine Rolle gestellt werden. Dies hat sich seit Januar verändert. Ich bin in der Rolle angekommen.

Das Jahr hat sich auch auf meine politische Motivation ausgewirkt. Ich will auch politische Verantwortung tragen, dazu bin ich bereit. Mich wird nichts mehr so schnell vom Hocker hauen. Ich bin gelassener geworden, aber auch direkter, straighter. Auch wenn ich dafür einen sehr guten Job – den ich wirklich gerne und aktuell sogar ein tolles Projekt mache – für fünf Jahre an den Nagel hängen müsste, ein Transportmittel für piratige Werte in das Landesparlament zu sein, wäre mir wichtiger.

Hinzu kommt, dass ich mir persönlich eine Vertretung im Parlament wünsche, die eine gewisse Lebenserfahrung mitbringt. Damit möchte ich junge Menschen nicht die Qualifikation absprechen, im Gegenteil, auch junge Menschen können Lebenserfahrung mitbringen – jeder Mensch entwickelt sich da unterschiedlich. Es ist keine Frage des Alters. Ich bin gespannt, wer sich nächstes Wochenende so vorstellt, auch im Wiki lese ich interessiert mit, beantworte brav die Fragen, die gestellt werden, die Spannung steigt.

Wir werden sehen…

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Liebe Bundespresse der Piraten, wir müssen reden (Update)

Geschrieben von – 27. Oktober 2011

Liebe Bundespressemenschen,

als ich heute das hier gelesen habe, ist mir ehrlich gesagt die Kinnlade runtergefallen. Da fragt selbst Netzpolitik mal nach, was das denn konkret zu bedeuten hat. Überhaupt stoßen mir die Bundespressemitteilungen in letzter Zeit ziemlich übel auf, weil sie immer nach dem gleichen Schema ablaufen. Ein wenig Text, dann ein Zitat von einem führenden Pirat, dann wieder Text, wieder ein Zitat und so weiter. Mir ist schon klar, dass Pressemitteilungen nach diesem Schema geschrieben werden, ich selbst habe ja auch des öfteren mit der Presse zu tun, da ich hier im Märkischen Kreis der Ansprechpartner für die Presse bin.

Aber es kann doch nicht sein, dass bei einem so wichtigen Thema, wie dem Staatstrojaner nur Standard Pressemitteilungen veröffentlicht werden, die an Langweiligkeit und Flachheit kaum zu überbieten sind und sich auf dem Niveau der Schülerzeitung einer durchschnittlichen Hauptschule bewegen – mal etwas überspitzt ausgedrückt. Überhaupt ist der gesamte Presseprozess in der Partei sehr undemokratisch, wenig transparent und es gibt auch keine Mitwirkungsmöglichkeiten. Zumindest habe ich sie noch nicht finden können.

Gestern haben sich ein paar Piraten und ich daran begeben eine alternative Pressemitteilung zu entwickeln. Dafür haben wir das Piratenpad genutzt und ich muss sagen: Das hat sehr gut geklappt. Jeder konnte sich einbringen, recherchieren, Quellen durchforsten und so ist ein in meinen Augen wirklich stimmiger und guter Text entstanden, der dem Ausmaß des Verfassungsbruchs durch den Einsatz der Trojaner auch gerecht wird. Klar, da fehlen natürlich die schönen Zitate irgendwelcher Spitzenpiraten, aber die könnten wir ja gerne noch herbeifaken. ;-)

Warum macht die Bundespresse das nicht auch so transparent? Ich konnte auf der Webseite und im Wiki nicht mal einen konkreten Ansprechpartner für Pressemitteilungen finden. In NRW übrigens auch nicht. Es gibt leider nur allgemeine Adressen, die E-Mails landen dann in irgendeinem Ticket-System. Das ist undurchsichtig, intransparent und ehrlich gesagt ziemlich unpiratig. Ich habe gestern Abend an die NRW Presse und die Bundespresse eine E-Mail geschrieben. Bis jetzt noch keine Reaktion. Mir ist klar, dass wir alle keine Berufspolitiker sind, ich habe das Problem ja auch, aber eine E-Mail zu beantworten, müsste doch wohl kurz drin sein.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich im Moment von den Pressemitteilungen und dem gesamten Presseverfahren als Pirat nicht wirklich gut vertreten sehe. Es wäre schön, wenn die Pressearbeit transparenter wäre und auch Instrumente wie das Piratenpad dafür genutzt würden. Liebe Bundespresse, öffnet euch für eure Mitglieder, gemeinsam geht doch vieles leichter und das ist doch die eigentliche Stärke von uns Piraten. Das wünsche ich mir übrigens genauso den Landesverband NRW, in dem ich Mitglied bin.

Update:

Über Twitter habe ich nun erfahren, dass es im Wiki eine Seite gibt, die beschreibt, wie bei der AG Presse mitgearbeitet werden kann. Das ist ja schonmal ein Anfang, aber das könnte noch verbessert werden. Sich erst in der AG vorzustellen, oder Pressemitteilungen an eine Mailingliste zu schicken ist suboptimal, gerade wenn es schnell gehen muss. Schön fand ich, wie es sich gestern über Twitter organisiert hat. Das war sehr offen gestaltet und sehr transparent. Vielleicht ließe sich das in Zukunft von der AG Presse auch so handhaben?

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