Tag: piraten

Die Partei der Schreihälse?

Geschrieben von – 6. Mai 2013

Mein Engagement bei den Piraten habe ich in den letzten Monaten immer weiter zurückgefahren. Mangels Alternativen (auch für Deutschland) bin ich zwar noch zahlendes Mitglied der Partei, aber die Lust auch nur irgendetwas für diese Partei zu machen, ist mir vergangen – und vergeht mir immer mehr. Die Piraten haben sich zu einer Partei entwickelt, die von Schreihälsen dominiert wird. Diese Gruppe besonders lauter und dominanter Menschen spült Themen nach oben, die zwar für sie selbst unglaublich wichtig sind, aber die breite Masse wohl eher wenig interessieren.

Leider werde ich noch immer von Menschen auf die Partei angesprochen, vorzugsweise auf “aktuelle Themen”, die in der Presse auftauchen: Genderpopender, Buvo, interner Streitigkeiten, Beleidigungen, Rechte und Linke Spinner, dieses Zeugs halt. Offenbar interessieren sich viele Menschen nicht mehr für die eigentlichen Ziele der Partei; Bürgerrechte, direkte Demokratie, Urheberrechtsreform, unsere Kernthemen fragt keiner ab. Kein Wunder, wenn diese Themen nicht in der Öffentlichkeit stehen. Meine übliche Reaktion auf diese Fragen: Ein resigniertes Schulterzucken. Ich weiß wirklich nicht, was ich dazu zu sagen soll, weil ich es ja selbst nicht verstehe.

Heute war auch wieder so ein Tag, wo unnötiger Mist vom Spiegel aufgegriffen und breitgetreten wurde: Bernd Schlömer hat irgendetwas zur Presse gesagt, was irgendwelchen Piraten in Hessen nicht gefiel. Die mussten dann prompt ein Foto veröffentlichen, auf dem sie Bernd Schlömer den Mittelfinger zeigen. Wie erwachsen, wie konstruktiv. Und ein so positives Signal an die potentiellen Wähler. Von außen betrachtet sieht es leider oft so aus, als zöge die Piratenpartei tatsächlich Menschen mit asozialer Kernkompetenz an, obwohl das z.B. auf Parteitagen meiner persönliche Erfahrung nach überhaupt nicht so ist.

Ich vermute, dass es einigen Piraten im Moment ähnlich geht wie mir und sich ebenfalls vorsichtig auf Abstand begeben haben. Mal sehen was der Bundesparteitag am nächsten Wochenende bringt. Da wird sich zeigen, wie sich die Piraten programmatisch entwickeln und ob die Schreihälse inzwischen auch auf den Parteitagen so laut wie im Netz sind.

Und vielleicht können wir nach dem Wochenende auch endlich wieder mit Themen durchstarten, als einen Fail nach dem Anderen in den Medien zu platzieren.

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Einschätzung “Bundeslagebild Waffenkriminalität 2011″ des BKA

Geschrieben von – 1. Februar 2013

Mussten wir uns von der AG Waffenrecht in der Piratenpartei die Herausgabe der Lagebilder Waffenkriminalität für die Jahre 2001 bis 2010 noch hart erkämpfen, reichte dieses Jahr eine einzige Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz durch Susanne und das BKA übermittelte uns den Bericht. Danke an dieser Stelle noch mal an Susanne für ihren Einsatz!

Was steht nun drin? Im Grunde leider genau so wenig wie in den Lagebildern der letzten Jahre, denn es wird in den Statistiken noch immer nicht die Herkunft der Waffe – also ob es sich bei einer deliktrelevanten Waffe um eine legal registrierte, oder eine illegale Waffe handelte – ausgewiesen. Das bedeutet für uns, dass die Analyse der nackten Zahlen interessant, aber vorerst wenig relevant für die Evaluierung des Waffenrechts zu seien scheint.

Glücklicherweise finden sich in den Einschätzungen aber dennoch Hinweise auf die Herkunft von Tatwaffen:

“Im Berichtsjahr 2011 wurden 448 Waffen an Tatorten i. Z. m. Straftaten nach dem StGB sichergestellt (2010: 496). In 72 % der Fälle (2010: 69 %) der Fälle handelte es sich um erlaubnisfreie Gas-/Alarm- und Schreckschusswaffen. Der Anteil der erlaubnispflichtigen Schusswaffen betrug 28 % (2010: 31 %). Unter diesen befanden sich rund 4 % in legalem Besitz (2010: 5 %).

Rechnen wir die Zahlen durch, dann wurden 5 Waffen aus legalem Besitz beschlagnahmt, weil sie mit Straftaten in Verbindung stehen. Diese Aussage ist erst einmal erfreulich, bestätigt sie immerhin, was wir schon lange propagieren: Die illegalen Waffen sind das Problem!

Beim zweiten lesen fällt allerdings auf, dass eine wichtige Information fehlt: Wie viele Personen, die legal registrierte Waffenbesitzer waren, sind in Konflikt mit dem StGB geraten? Diese Frage ist ungemein wichtig, denn Sportschützen oder Jäger besitzen in der Regel mehrere Waffen. Bei Sportschützen werden für die unterschiedlichen Sportdisziplinen unterschiedliche Waffen benötigt und die Jäger nutzen je nach Jagdbeute ebenfalls verschiedene Waffen. Bei einem Konflikt mit dem StGB werden selbstverständlich ALLE Waffen EINER Person beschlagnahmt.

Es kann also sein, dass die obigen Zahlen bedeuten, dass eine Person mit 5 registrierten Waffen straffällig geworden ist, oder 5 Personen mit 5 Waffen. Wir wissen es nicht, aber die Information ist in meinen Augen wichtig. Wir sollten die Problematik nicht an der Anzahl der beschlagnahmte Waffen aufhängen, sondern an der Anzahl der straffällig gewordenen Besitzer von legalen Waffen. Kurz: Ich will endlich aussagekräftige Statistiken und nicht so einen unvollständigen Murks.

Eine interessante Aussage findet sich noch weiter oben im Bericht, wo es um die Verstöße gegen das Waffenrecht geht:

Die klassischen waffenrechtlichen Verstöße umfassen in der Regel Fälle des illegalen Besitzes, der illegalen Einfuhr, des illegalen Handels und der illegalen Herstellung von Schusswaffen, die unter die Bestimmungen des Waffengesetzes (WaffG) fallen.

Vor dem Hintergrund, dass die Besitzer von legalen Waffen bereits seit 2 Jahren regelmäßig auch Zuhause durch eine sog. “Vorortüberprüfung” kontrolliert werden, erlangt diese Aussage des BKA eine besondere Bedeutung: Verstöße gegen das WaffG durch Sportschützen, Jäger und Waffensammler scheinen nicht relevant genug zu sein, um diese überhaupt zu erwähnen – und das obwohl nun regelmäßig kontrolliert wird.

Das sollte als Einschätzung vorerst reichen, ich schließe mit dem letzten Satz des Bundeslageberichts Waffenkriminalität für das Jahr 2011:

Für die Betroffenen geht insbesondere mit dem illegalen Einsatz von Schusswaffen eine erhebliche Gefährdung von Leib und Leben einher.

Das der Einsatz einer Schusswaffe außerhalb eines Schießstands oder der Jagd rein rechtlich betrachtet immer illegal ist… geschenkt, solche Details des Waffenrechts muss man ja als Bundesbehörde nicht kennen. ;-)

Quelle:

http://wiki.piratenpartei.de/wiki/images/c/cd/Bundeslagebild_Waffenkriminalit_t_2011.pdf

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Kandidatencheck Waffenrecht: Aufstellungsversammlung der NRW Piraten zur Bundestagswahl [Update]

Geschrieben von – 24. Januar 2013

Am kommenden Samstag findet in Meinerzhagen die Versammlung zur Aufstellung einer Bundestagsliste der Piratenpartei Nordrhein-Westfalen statt. Ich habe allen für diese Liste kandidierenden Piraten eine Frage gestellt:

“Wenn du in den Bundestag gewählt würdest und die Regierungskoalition das Waffenrecht verschärfen will (Zentrallagerung von Waffen/Großkaliberverbot), wie würdest du abstimmen?”

Ich bedanke mich bei allen Kandidaten die auf diese Frage geantwortet haben. Da ihr euch die Mühe gemacht habe mir zu antworten, mache ich mir nun die Mühe und kommentiere jede eure Antworten persönlich. Aber vorweg schon mal einige Kriterien, die Kandidaten für mich absolut unwählbar vermutlich nicht wählbar machen.

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Rant: Relativierung von rechts- und linksextremer Gewalt

Geschrieben von – 17. Januar 2013

Hach, dieses Twitter Dings ist herrlich. Da schreibt jemand sinngemäß, dass linksextreme Gewalt ja nicht so schlimm ist, weil die sich ja nur gegen Sachen und nicht gegen Menschen richtet. Ich dann so (auch sinngemäß): Haaaaalt Stop! Das stimmt aber nicht, check mal die Fakten! Uhhhh, böse böse Falle! Das hätte ich nämlich nicht schreiben dürfen, denn sofort wird mir Relativierung der Gewalt der kleinpimmeligen Nazi Lappen vorgeworfen. Natürlich von einem Pirat. Wir sind ja so sachorientiert, woll? Und direkt wird von mir verlangt, ich solle doch mal aufzählen, wieviele Leute durch linksextreme Gewalt in den letzten Jahren so gestorben sind. Das ich dem Kerl nicht mal antworten kann, weil er mich blockt… geschenkt. Was das überhaupt mit der Diskussion zu tun hat… geschenkt. Und das es unhöflich ist Erwachsene zu unterbrechen, wenn sie sich unterhalten… geschenkt.

Ihr lieben mir Relativierungs-Bullshit-Vorwerfer: Es ist eine Tatsache, dass linke Gewalt sich nicht nur gegen Sachen richtet. Oder was sind für euch die steineschmeißenden ebenfalls kleinpimmeligen Idioten vom schwarzen Block? Ach ja, das zählt ja nicht, die werfen die Steine ja nur auf “Bullenschweine”, die ja per se kein Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit haben. Und auch die RAF, die waren schon ein cooler Haufen – mit denen ist noch was gelaufen. Okay, die RAF ist lange her, die zählen nicht mehr. Trotzdem bleibt’s aber dabei: Zu behaupten links motivierte Gewalt richte sich nur gegen Sachen ist Relativierungsbockmist. Und den Leuten, die das klar ansprechen zu sagen sie relativatüren damit rechtsextreme Gewalttaten ist… idiotisch. Aber es ist ja so schön einfach: Erst bashen und dann nicht fragen.

Wie wäre es denn mal mit der Akzeptanz folgender völlig ideologiefreier Kernaussage: Gewalt ist scheiße und was für Lappen, die sich mit Worten nicht wehren können.

Links- und rechtsextreme Spinner sind mir gleichermaßen suspekt, von mir aus können die sich zusammen in einem Gulli verkriechen und sich da gegenseitig ausrotten – Hauptsache die gehen mir mit ihrem ideologischen und undemokratischem Scheiß nicht mehr auf den Sack. Aber hey, dass darf ich ja jetzt vermutlich auch wieder nicht sagen, weil Relativierungsgedöns und überhaupt sowas darf man doch nicht sagen und so.

Na dann, liebe Gutmenschen…

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Sorry, aber ich kann nicht anders… #WSA

Geschrieben von – 20. Dezember 2012

Den Flyer von der Aktion “Weihnachten statt Angst” finde ich richtig klasse! Es steht sehr viel wahres darin und zeigt, warum Politik die nicht auf Fakten, sondern auf Hysterie beruht sehr sehr gefährlich für unsere Bürgerrechte sein kann.

Allerdings konnte ich einfach nicht anders, ich musste “Terror” durch “Legaler Waffenbesitz” ersetzen. Denn dann ist der Flyer nicht weniger wahr und es wird deutlich, wie leicht es ist, mit zweierlei Maß zu messen. Ich sag mal: Risikokompetenz ftw!

Hier der Flyer zur #WSAUnd hier die Version für alle Waffenbesitzer ;-)

Vergleicht, staunt, versteht oder shitstormt mich in den Kommentaren.

Mir egal. Morgen geht die Welt unter.

Falls nicht…

Frohe Weihnachten Euch Allen!

PS: Falls es hier zu Irritationen kommt – NEIN das ist kein Flyer der AG Waffenrecht, das ist auf meinem ganz privaten Mist gewachsen. Nur falls Jemand von einem Troll Namens @Duerxter angetriggert wird. ^^

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Was mir zum Bundesparteitag 12.2 der Piratenpartei wichtig ist

Geschrieben von – 19. November 2012

Am kommenden Wochenende findet der zweite Bundespartei der Piratenpartei dieses Jahr statt. Es ist ein Programmparteitag, wir werden also keine Personen in irgendwelche Ämter wählen, sondern uns mit unseren Inhalten beschäftigen. Ich hoffe inständig, dass der Parteitag zeigen wird, dass die Piraten den Anforderungen, die sie einmal an sich selbst gestellt haben noch gerecht werden. Was das in meinem ganz persönlichen Augen ist, dazu muss ich etwas weiter ausholen.

Der Politikbetrieb funktioniert in Deutschland bereits seit Jahrzehnten nach dem selben Schema. Die CDU/CSU sieht sich als christlich konservativ und die SPD als Mitte-links Partei. Die FDP steht für Wirtschaftsliberalismus und Kapitalismus, die Grünen sind gegen Atomkraft, für mehr Umweltbewusstsein und für mehr staatliche Kontrolle. Die Linken sind eben die Linken. Ich denke ich brauche die eingefahrenen Strukturen hier nicht näher erläutern, es ist eben so, dass jede Partei für sich mehr oder weniger einer gewissen Ideologie unterliegt.

Wenn die etablierten Parteien versuchen Politik zu machen, dann geschieht das immer unter der Auslegung dieser eigenen Ideologie, denn: Die eigenen politischen Positionen müssen in die Ideologie der Partei passen, um dem Schema gerecht zu werden. Die gesamte Bundespolitik basiert auf Schemata, die sich aus den Ideologien der Parteien ergeben. Das ist auch der Grund, warum Oppositionsparteien prinzipiell erstmal gegen alles stimmen, was von der Regierung eingebracht wird, selbst wenn die Idee gut ist. Es passt nicht in das politische Schema und auch nicht in die Ideologie. Aus dem selben Grund, können auch bestimmte Parteien nicht mit einander koalieren. Ihre Ideologien sind zu unterschiedlich. Und das wird sich niemals ändern.

Nun kommen wir zum Problem: Was soll ein vielschichtiger und recht ideologiebefreiter Mensch wie ich denn nun wählen? Es gibt bei allen etablierten Parteien Positionen, die ich gut finde – und natürlich auch welche, die mir absolut zuwider sind. Im Grunde bräuchte ich also gar nicht wählen gehen, oder aber ich wähle das kleinst mögliche Übel. Befriedigend ist das nicht. Und ich denke, dass es gerade Menschen meiner Generation ähnlich geht, weil wir weniger nach Ideologien erzogen worden sind und vor allem einen viel breiteren Zugang zu Informationen haben. Und hier kommt die Piratenpartei ins Spiel.

Mich hat die Piratenpartei 2009 so begeistert, weil es die erste Partei war, bei der ich die Möglichkeit sah gute Positionen zu erarbeiten und das ohne die lästigen Ideologien und Schemata. Das spiegelte sich damals in dem beliebten Spruch “Wir sind nicht rechts, nicht links, wir sind vorne” wider. Auch das Arbeitsprinzip war etwas, dass ich sehr gelungen fand, so leiteten sich viele Anträge und Positionen aus einem mal mehr oder weniger wissenschaftlichen Ansatz ab.

Ideologien verführen. Sie verführen dich Fakten gar nicht erst zu prüfen, oder sie einfach zu ignorieren. Ideologien sind logisch nicht nachvollziehbar. Ideologien führen zu politischen Positionen und Meinungen, die nach dem “weil es so ist” Prinzip aufgebaut sind. Beispiele dafür gibt es zu Hauf. Das “Sportwaffen verbieten” der Grünen, oder auch das generelle Tempolimit, die CDU will die Nation und die Menschen schützen, also überwachen sie mal das Internet und wegen der Kinder wird von den Apparatschiks eine Zensurinfrastruktur installiert, die China in nichts nachsteht. Die SPD wollte die Sozialsysteme reformieren, führt die von einem Verbrecher geschriebenen Hartz Gesetze ein, verkackt damit auf epischer Breite und findet das auch noch toll. Die Gesetze der Logik und wissenschaftliches Arbeiten entlarfen all diese politischen Positionen als Ideologie geprägte Kackscheiße.

Die Piratenpartei war die erste Partei, die als Beispiel gleichzeitig sagen konnte, dass sie Atomkraft, aber auch ein generelles Tempolimit ablehnt. Das wird es bei den Grünen niemals geben. Deswegen waren die Piraten für mich wie eine Befreiung. Endlich ideologiefreie Politik machen. Politik nicht nach Gefühl, sondern auf Basis von wissenschaftlichem Arbeiten: Methodisches Vorgehen, systematisches Arbeiten, objektiv, nachvollziehbar und transparent für Alle. Politik, die über die Grenzen der Parteien gute Ideen aufnimmt und mit ihnen arbeitet. Ich weiß, es ist so 2009, aber dennoch: Wir sind nicht rechts, nicht links, wird sind vorne.

Der wichtigste Kern der Partei waren niemals Themen wie Transparenz, Bürgerbeteilungung, Basisdemokratie und digitale Grundrechte. Sie sind wichtige Positionen, doch der wichtigste Kern war von Anfang an die Ideologiefreiheit. Ohne dieses Alleinstellungsmerkmal wären wir nicht besser oder schlechter als die Altparteien. Macht es euch bitte nochmal bewusst: Nicht Liquid Feedback oder sonst etwas, was uns die Presse als Besonderheit zuschreibt, macht uns aus. Die Partei lebt durch die Fähigkeit Brücken zwischen verschiedenen politischen Lagern schlagen zu können. Das macht sie aus, das ist ihre große Besonderheit. Das haben nur leider noch nicht alle begriffen, oder es bereits wieder vergessen.

Am kommenden Samstag beginnt ein wichtiger Parteitag und ich muss gestehen, ich fürchte mich ein wenig vor diesem Tag. Das Wochenende wird zeigen, ob wir Piraten es trotz des gigantischem Zustroms von Neumitgliedern geschafft haben weiterhin weitgehend frei von Ideologien zu sein, oder ob wir nun bereits den selben Denkverboten unterliegen, wie bei den Etablierten üblich.

Die ganze Kacke die im Moment abläuft, also die Gates, das peinliche Gebashe untereinander, das Verhalten des Bundesvorstands, oder irgendwelche lustigen Klausurtagungen der NRW Abgeordneten wegen Meldungen in einer Boulevardzeitung etc pp – das alles geht mir ehrlich gesagt am Arsch vorbei. Aber wenn wir unseren Kern verloren hätten, dann wäre es für mich das Ende einer großen politischen Hoffnung. Ich bitte euch inständig: Wenn ihr am Samstag und Sonntag eure Karte hebt, dann geht vorher eine Sekunde in euch und stellt euch die Frage, ob ihr gerade aufgrund einer Ideologie abstimmt, oder weil euch sachliche Argumente und die Fakten überzeugen. Lasst nicht zu, dass sich ideologisch verblendeter Mist im Programm ausbreitet, denn was einmal im Programm steht, das werden wir so schnell nicht mehr los.

Wir sehen uns Samstag. Ich bleibe hoffnungsvoll.

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